Donnerstag, 20. April 2017

Pre-Playoffs gegen Bayreuth

Nachdem am letzten Spieltag mit einem Sieg in Crimmitschau der bittere Gang in die Playdowns abgewendet werden konnte wartete in der dritten Pre-Playoff-Runde in drei Jahren diesmal der starke Überraschungs-Aufsteiger aus Bayreuth. Nach dem starken Schlussspurt in der Punkterunde ging man doch einigermaßen optimistisch in die Spiele gegen die Mainfranken.

Spiel 1:

Zum ersten dienstäglichen Stelldichein mit den Tigers reisten wir mit mehreren Autobesatzungen an den roten Main. Insgesamt fanden sich rund 60 Weiß-Blaue Anhänger im dortigen Gästesektor ein. Nach gutem Beginn unserer Mannschaft wurde unser anfänglicher Optimismus allerdings schnell pulverisiert. Playoff-Hockey über 60 Minuten zeigten lediglich die Hausherren, als logische Konsequenz stand am Ende eine ernüchternde 1:5-Pleite aus unserer Sicht auf der Anzeigetafel. Weiterer großer Wermutstropfen: mit Mattias Beck zog sich erneut ein Eckpfeiler des Teams durch Bayreuther Fremdeinwirkung bereits beim ersten Wechsel eine schwerwiegende Verletzung zu. Das Foul blieb genauso wie der überflüssige, nicht weniger fatale Check von Christopher Kasten gegen Jared Gomes im Januar ungesühnt. Ein weiterer, schwer zu verkraftender Nackenschlag für unsere sowieso schon ziemlich dezimierte Truppe.

Spiel 2:

Die Stimmung vor dem Rückspiel in Garmisch hätte im Fanlager des Sportclubs wohl kaum schlechter sein können. Schwacher Auftritt in Bayreuth, Mattias Beck unwiederbringlich im Krankenstand: für nicht wenige SCR-Sympathisanten war die Sommerpause für den späten Freitagabend bereits gebucht. Die einzigen die sich dieser resignierenden bis larmoyanten Gefühlslage nicht anschließen wollten waren wohl unsere Akteure auf dem Eis. Plötzlich zeigten die Jungs von Tim Regan von der ersten Minute an konsequentes Körperspiel, steckten ihr Revier deutlich ab und zeigten den Tigers dass man sich keineswegs bereits geschlagen gegeben hat. Zu Buche stand ein 3:1-Erfolg nach einem höchst unterhaltsamen Spiel. Neben den vielen positiven Emotionen stand vor allem die Frage im Raum warum man nicht schon früher angefangen hat auf Männer-Eishockey zu setzen. Wie dem auch sei, die Ostkurve honorierte es, zeigte einen ihrer besten Auftritte der abgelaufenen Saison und hielt der ebenfalls guten Performance der knapp 200 Bayreuther mit Bravour stand.

Spiel 3:

Seit jeher sind emotionale Grautöne innerhalb der weiß-blauen Fangemeinde rar gesät. War man im Vorfeld des zweiten Spiels quasi schon ausgeschieden, regierte plötzlich fast schon überschwänglicher Optimismus hinsichtlich des Showdowns in Bayreuth. Irgendwie musste der Bock jetzt doch schließlich umgestoßen und der ersehnte Einzug ins Viertelfinale realisiert werden. Dementsprechend setzte sich ein für Garmischer Verhältnisse quantitativ sehr stabiler Haufen, zusammengesetzt aus Bus- und Privatfahrern, in Bewegung um unseren Blauen in diesem alles entscheidenden dritten Spiel lautstark zur Seite zu stehen. An die 180 dürften es immerhin gewesen sein. Wir ließen uns nicht lumpen, reaktivierten unsere blauen Schwenker aus der Frankfurt-Choreo und präsentierten garniert mit dem Sportclub-Banner ein nettes kleines Intro.



Sportlich bot sich (gottseidank) ein anderes Bild als am Dienstag. Erstmals in Bayreuth gelang es unseren Jungs in Führung zu gehen. Zwar glückte den Tigers noch im ersten Drittel der Ausgleich, in der Folge entwickelte sich jedoch ein ziemlich ausgeglichener Abnutzungskampf ohne wirklich große Chancen auf beiden Seiten. Kräftemäßig stießen die Weiß-Blauen aufgrund des Mini-Kaders gegen Spielende zwar an ihre Grenzen, dennoch schien die Verlängerung greifbar. Dort würde ja bekanntlich vielleicht schon ein lichter Moment unsererseits, ein Fehler des Gegners reichen...
Zu dieser finalen Zuspitzung kam es an diesem Abend allerdings nicht mehr. 8 Sekunden vor der Schlusssirene durfte der Bayreuther David Kuchejda, der zuvor ziemlich unbehelligt mit der Scheibe am Schläger in unser Verteidigungsdrittel spazieren konnte, unbedrängt abschließen. Der schmerzhafte Stich ins weiß-blaue Herz. Während auf Bayreuther Seite die Freude keine Grenzen kannte standen unsere Jungs konsterniert und mit Tränen in den Augen geschlossen vor der Gästekurve und konnten genauso wie wir das tragische Ende dieser komplizierten Saison kaum fassen. Wieder das Aus in den Pre-Playoffs, diesmal deutlich knapper als in den vorangegangenen beiden Spielzeiten.
Nichtsdestotrotz überwog am Ende das Gefühl, erhobenen Hauptes aus der Saison zu scheiden. Sowohl beim Heimspiel als auch beim letzten Spiel in Oberfranken ging ein bemerkenswerter Ruck durch Fans und Mannschaft. Mit dieser Dynamik im Rücken, ganz gelöst vom sportlichen Druck, noch ein Viertelfinale zu bestreiten wäre mehr als reizvoll gewesen. Aber es sollte einfach einmal mehr nicht sein.

Auf ein neues im September!

Eure BSG

Nachtrag vom 5.2.: Bietigheim away



Montag, 6. März 2017

Letztes Wochenende der Hauptrunde und ein Ausblick auf die Pre-Playoffs

Mit zwei Punkten Vorsprung auf Bad Nauheim ging man in die letzten beiden Spiele der regulären Saison.
Am Freitag gastierte Heilbronn im OEZ. Unsere Weiß-Blauen lieferten eine starke Vorstellung ab, sodass der letztendliche 5:1-Sieg nie in Gefahr geriet. Auch auf den Rängen konnte man mit einer sehr guten Leistung über drei Drittel hinweg meist glänzen.
So sollte die Entscheidung also am letzten Spieltag fallen, der SCR musste die Reise nach Crimmitschau antreten. Wie schon am Freitag rief unser Mannschaft ihr Potential ab und konnte einen ungefährdeten 5:2-Sieg einfahren, womit der Einzug in die Pre-Playoffs perfekt gemacht wurde.
Wir waren mit neun Mann vor Ort, insgesamt dürften circa 25 Garmischer Fans im Gästeblock gewesen sein. Bei allen spürte man die pure Erleichterung nach dem Abpfiff, da die letzten Wochen und Monate die Nerven eines SCR-Fans sehr strapaziert hatten. Vor, während und nach dem Spiel gurgelten wir mit unseren Freunden aus Crimmitschau ein bis drölf Bierchen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die dunkeldeutsche Gastfreundschaft! ;-)

Nun starten für uns also morgen die Pre-Playoffs gegen Bayreuth.
Unser Team hat seine Form genau zur richtigen Zeit gefunden und die letzten Spiele gezeigt, was in ihm steckt. Zu zeigen, was in uns steckt, sollte auch unser Anspruch auf den Rängen sein.
Denn was kann uns schon aufhalten, wenn alle Weiß-Blauen zusammenstehen, wenn sich die Mannschaft und die Fans vereinen und alles geben?
Dies hier ist ein Aufruf an jeden noch unentschlossenen morgen nach Bayreuth zu kommen und ein Teil des "siebten Mannes" zu sein. Jeder weiß um die Bedeutung dieses Spiels, also werden keine Ausreden akzeptiert.

Alles für Weiß-Blau!

Montag, 20. Februar 2017

Dienstag, 14. Februar 2017

Bayreuth 12.2 - Tag der Legenden

Am vergangenen Sonntag gastierten die Tigers aus Bayreuth in Garmisch. Wie schon im ersten Spiel waren auch dieses Mal die Anhänger der Franken gut vertreten. Inwiefern man es jedoch nötig hat, die Ehrung zweier alter SCR-Legenden durch Fangesänge zu stören, muss man sich selbst beantworten.
Mit Anton Biersack (1948-1959 aktiv) und Michael Hobelsberger (1956-1967 aktiv) wurden ein Stürmer und ein Torhüter mit einem Ehrenplatz auf der Tribüne, warmen Worten und jeweils einem großem Banner-Trikot über der West geehrt. Letzteres wurde während der Ehrung unter das Dach gefahren. Eine geniale Idee, ein wirklicher Blickfang und Gänsehautmoment. Coole Sache! Mehr davon 🙂
Im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Bayreuth im November konnte die Ost etwas mehr Lichtblicke zeigen. Zudem wurde zu Beginn ein rund 30 Meter langes Spruchband präsentiert.


 
Auf dem Eis wieder ein kraftvoller Anfang, mit fortschreitendem Spielverlauf kam dabei aber immer weniger Konstruktives um die Ecke. Grundsätzlich waren unsere Weiß-Blauen allerdings die tonangebende Mannschaft, was ein Schussverhältnis von 44:21 auch klar belegt. Diese Leistungskurve sich lässt auch fast 1 zu 1 auf die Stehränge übertragen. Aber auch hier stand die Lufthoheit zu fast keinem Zeitpunkt in Frage, sodass man unter dem Strich zufrieden sein kann. Guter Beginn, Durchhänger im weiteren Verlauf, aber zumindest ein positiver Schlusspunkt.
 
Umrahmt wurde dieser vorgezogene Valentinstag übrigens mit diversen Telefonanrufen von unserem Freund und Helfer, die aktuell ziemlich gierig wirken. Wegen etwas Erleuchtung im Kaufbeuren-Spiel wird anscheinend der ultimative Schwanzvergleich gesucht. Wenigstens werden wir in diesem Duell 3 Punkte holen.  

An dieser Stelle sei nochmal mit Nachdruck gefordert: Freikarten für Stadionverbotler!


Samstag, 4. Februar 2017

Nauheim, 03.02.17

Am Freitag stand das bis dato wichtigste Saisonspiel auf dem Zettel. Nauheim, auf nur fünf Punkte herangerückt, gastierte im OEZ. Ein Sieg wäre ein wichtiger Schritt gewesen, um sich die Playoff-Teilnahme zu sichern, während man mit einer Niederlage den Playdown-Plätzen gefährlich nahe kommen würde. Anscheinend war diese Tatsache aber nur den Fans klar, jedoch keineswegs den Spielern.
Wir könnten hier das Spiel aufs Genaueste analysieren (Richtig gehört! Wir können nicht nur saufen, sondern haben auch Eishockey-Fachwissen. Ein Spiel dauert 90 Minuten und so...), jedoch verkürzen wir unsere Zusammenfassung auf das Wesentliche:
Desolate Leistung der Feldspieler und des Torhüters, erbärmliche bzw. keinerlei Moral, nicht ein Funken Wille oder Kampf und zu guter Letzt noch eine katastrophale Trainerleistung
Alles in Allem muss die Mannschaft allmählich der Realität ins Auge blicken und sich eingestehen, dass uns die Playdowns erwarten, wenn sie weiterhin solche "Leistungen" abliefert.
Hoffen wir, dass in Bietigheim ein Schritt in die richtige Richtung gemacht wird.

Eure geliebte BSG

Donnerstag, 2. Februar 2017

Derby gegen Rosenheim

Am 29.01.17 stand das letzte Derby der regulären Spielzeit gegen Rosenheim auf dem Programm. Zur Vorbereitung schütteten wir uns ein paar Hopfenkaltschalen in der Kneipe unseres Vertrauens die trockenen Kehlen hinunter und lieferten danach einen gelungenen Stadionmarsch ab.

Zum Spiel:
Im ersten Drittel spielten unsere Weiß-Blauen furios auf, sodass man untertreiben würde, würde man nur von einem Klassenunterschied sprechen. Leider verpasste man es wie so oft eine dementsprechend hohe Führung (ein 4:0 wäre durchaus angemessen gewesen) herauszuspielen und kassierte durch einen Schnitzer unseres Goalies kurz vor Drittelende den Ausgleich. An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich hervorheben, dass wir Pivo keinen Vorwurf machen, da er uns schon etliche Punkte allein gewonnen hat und er sich über seinen Fehler sicher selbst am meisten ärgert.
Aber trotz des unglücklichen Gegentreffers konnte man gleich zu Beginn des zweiten Drittels erneut in Führung gehen und so dachten wir uns, dass das Scheibenschießen fröhlich weitergehen würde - falsch gedacht. Aus unerfindlichen Gründen war die druckvolle Überlegenheit einer defensiven Unsicherheit gewichen. Die Rosenheimer, die bis dato keine Anstalten machten, überhaupt mitspielen zu wollen, wurden durch Fehlpässe und Stellungsfehler förmlich dazu genötigt, eine 3:2-Führung bis zur letzten Drittelpause zu erzielen.
Dies setzte sich auch gleich am Anfang des letzten Drittels fort, als der erste Angriff der Rosenheimer ohne Gegenwehr zum Erfolg führte. In der Folge stemmte man sich zwar nochmals gegen die Niederlage, fand jedoch nie zur Form des ersten Spieldrittels zurück. Einziger Aufreger blieb ein Videobeweis, als Timo Herden den Puck exakt auf der Linie parierte. Eben jener Herden sicherte Rosenheim den Sieg, sodass dieser auch aufgrund des großen Leistungsabfalls unserer Mannschaft völlig in Ordnung geht.

Zur Stimmung kann man sagen, dass sie sich dem Spielverlauf anpasste. Auf ein sehr gutes Drittel folgte ein mäßiges und abgeschlossen wurde der traurige Tag mit einem bemühten Schlussdrittel.
Zum Glück war man jedoch immer lauter als die grün-weiße Gästekurve. Diese war für ein Derby sehr enttäuschend mit nur circa 200-250 Fans gefüllt, was wohl den ersten drei Derbyniederlagen und dem furchteinflößendem Garmischer Publikum geschuldet war.
Jedoch wurde auf Seiten der süßen Inzestcrew fleißig gepöbelt. Was haben wir gelacht! Als Zeichen unserer Kapitulation vor deren läuferischen Fähigkeiten, präsentierten wir sogleich unsere eigenen, nicht zum Laufen gedachten Fußummantelungen.
Stellt euch mal vor Usain Bolt wäre nicht nur schwarz, sondern auch Mitglied der IC Rosenheim. Der würde die 100 Meter glatt in unter 5 Sekunden laufen.
Abschließend bleibt zu euch mal wieder nur zu sagen:
Schämt ihr euch nicht?


In diesem Sinne - Sportschuh frei
eure geliebte BSG!